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Die Paderborner Gruppe möchte ein wenig von der Pilgerfahrt berichten.

Bericht über die Pilgerreise nach Rom

Wir sind in den Alltag zurückgekehrt. Und doch klingt so einiges nach. Die Paderborner Gruppe möchte ein wenig von der Pilgerfahrt berichten

Am 24.4.2025 ging es los!

Wir sind in den Alltag zurückgekehrt. Viel zu schnell holt uns der „Arbeitsalltag“ wieder ein. Und doch klingt so einiges nach. Die Paderborner Gruppe möchte ein wenig von der Pilgerfahrt berichten. Zu dieser Gruppe gehörten 9 Personen, die sich am 24.04.25 früh morgens in Dortmund trafen und gemeinsam nach München fuhren.

Dort haben wir die anderen Pilger:innen aus ganz Deutschland getroffen.  Die Pilgerfahrt war in Gebärdensprache organisiert und war deshalb auch sehr schnell ausgebucht.

Nach einem Aussendungsgottesdienst und erstem Kennenlernen waren wir auf unsere gemeinsame Fahrt sehr gespannt. Am 25.04.25 fuhren wir zum Münchener Flughafen. Wir flogen mit Verspätung los und kamen erst gegen 12.30 in Rom an, ca. 14.30 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft „Villa Aurelia“.

Der erste Tag in Rom

Nach einer kleinen Erfrischung liefen wir zum Petersplatz, um den Weg kennenzulernen. Außerdem wollten wir noch zum Sarg von Papst Franziskus. Plötzlich erhielten wir alle über Handy eine Warnung, dass der Petersplatz um 16.00 geräumt wird. So haben wir schnell entschieden in der Stadt zu bleiben und erste Eindrücke zu sammeln.

Um 19.30 gab es dann das erste italienische Abendessen im Hotel. Nach einem Abendimpuls ging es schnell ins Bett, denn der nächste Tag begann für uns schon um 03.00 Uhr.

Die Beerdigung von Papst Franziskus

Am 26. April 2025 um 4 Uhr morgens sind wir vom Hotel aus zu Fuß zum Petersplatz gelaufen.
Wir mussten über 1 Stunde warten, bevor wir auf den Petersplatz gehen durften. Es wurde immer voller. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir um 6.30 Uhr morgens die guten Sitzplätze ergattern. Gegen 8.00 Uhr zogen wir noch einmal um und bekamen noch bessere Sitz/ Sichtplätze. Dort trafen wir die tauben Pilger aus Amerika, Italien, England, Ukraine, und Deutschland. Außer dem Sarg von Papst Franziskus konnten wir auch die Politiker, Königspaare und andere Persönlichkeiten aus aller Welt sehen.

Um 10 Uhr begann die Trauerfeier mit verschiedenen Gebärdensprachdolmetschern.
Die Feier war sehr emotional.
Nach der Trauerfeier wurde der Sarg in das Papamobil geschoben und durch Rom in die Basilika Santa Maria Maggiore gebracht.

Für uns ging es nachmittags weiter mit einer privaten Führung durch einen Freund unseres Kaplans. Er hat uns viel gezeigt und so haben wir viele Eindrücke bekommen. Nach Abendessen und Impuls waren wir „bettreif“.

Am nächsten Tag, den 27.04.25, hatten wir noch einmal eine private Führung und haben das „volkstümliche Rom“ kennengelernt. Dabei haben wir auch andere Gehörlosengruppen getroffen, so dass schon ein erster Austausch möglich war.

Am Montag, den 28.04.25, begann dann die Eröffnungsfeier des Jubiläumsjahres für Menschen mit Behinderung. Am Morgen hatten wir bereits in der Kirche St. Giovanni die Möglichkeit zur Anbetung und zum Sakrament der Versöhnung. Hier standen Priester zur Verfügung, die Gebärdensprache beherrschten oder sogar selbst taub waren. Das war ein Geschenk, denn in Deutschland haben wir sehr selten die Möglichkeit in Gebärdensprache zu beichten. Die Eröffnungsfeier fand nicht wie geplant auf dem Petersplatz statt, sondern in der Kirche St. Paul vor den Mauern, was mit einigen Hindernissen verbunden war.

St. Paul vor den Mauern war somit nun auch unsere erste heilige Pforte, die wir durchschritten. Hier fand die Eröffnung statt, aber zu unserem Bedauern wurden die Rollstuhlfahrer:innen in der Mitte der Kirche aufgestellt. Alle tauben Personen saßen  links und konnten die Gebärdensprachdometscher:innen schlecht oder gar nicht sehen. Außerdem war die Leinwand viel zu klein. Obwohl die Eröffnung für alle Behinderungsformen gegolten hat, haben wir tauben Menschen uns an den Rand gedrängt gefühlt.

Weitere Höhepunkte in Rom

Am Dienstag, den 29.04.25, war eine Katechese auf dem Petersplatz.  Hier gab es Podeste für Gebärdensprachdolmetscher:innen und ganze Reihen für Taube Menschen waren reserviert. Dieses Mal konnten wir die Gebärdensprachdolmetscher gut sehen. Es war auch schön, die viele anderen tauben Menschen zu treffen und sich unterhalten zu können.

Am Nachmittag sind wir durch zwei hl. Pforten gegangen und haben uns entschieden, nicht am Inklusionfest teilzunehmen. Hier waren wir auch in St. Maria Maggiore am Grab von Papst Franziskus. Schlicht und einfach, wie er sich es gewünscht hat. Leider konnte man nicht zum stillen Gebet stehen bleiben und musste sofort weiter gehen. Trotzdem war es bewegend, wie viele Menschen diesen Papst geschätzt haben und ihre Anteilnahme zeigten.

Am Mittwoch, den 30.04.25, sind wir mit unserer Gruppe erneut zur Basilika San Giovanni gefahren, um dort mit ca. 500 anderen tauben Menschen Gottesdienst zu feiern. Vor dem Gottesdienst haben taube Menschen Glauben und / oder Lebenszeugnis abgegeben. Für Deutschland wurde Sr. Judith spontan beauftragt. Die Rückmeldungen waren gut.

Den Gottesdienst haben taube Menschen selbst gestaltet: Taube/Taubblinde Diakone, taube Priester, taube Ministranten. Diese Gemeinschaft zu erfahren, war ein großartiges Erlebnis. Anschließend pilgerten wir in der großen Gemeinschaft mit ca. 500 Tauben Menschen zur Heiligen Pforte am Petersdom. Das war ein ganz besonderes Erlebnis. Im Anschluss daran fand für unsere Gruppe eine Führung im Petersdom statt.

Die Rückfahrt

Am nächsten Morgen, den 01.05.25, haben wir nach dem Frühstück einen Gottesdienst gefeiert mit ausführlichem Rückblick. Um 09.45 Uhr ging es für uns zum Flughafen. Nach einem guten Flug sind wir in München heil angekommen und sind dankbar für diese Zeit in der Gesamtgruppe. Nach einer langen Abschiedszeremonie ging es für jeden Pilger und jede Pilgergruppe Richtung Heimat. Wir Paderborner sind gemeinsam mit dem Zug gefahren und haben die Hindernisse mit der DB mit Humor genommen.

Sr. Judith Beule

Koordinatorin Seelsorge für und mit Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen und Taubblinde Menschen

Status: Taubblind

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