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© Anja Fecke
© Anja Fecke
Zertifikatsübergabe "Dienende Seelsorge"

Qualifikation „Dienende Seelsorge“ erfolgreich abgeschlossen

Vor zwei Jahren begann die Qualifizierung "Dienende Seelsorge" für gehörlose, an der Seelsorge interessierten Menschen. Am 20. 7. 2025 konnten die Zertifikate in einem feierlichen Gottesdienst im Bergkloster Bestwig übergeben werden.

Wie alles begann...

Können gehörlose Menschen Seelsorger und Seelsorgerinnen sein? wie können sie sich ausbilden lassen, wenn theologische Studiengänge sie nicht zum Studium zulassen?

Pfarrer Ralf Schmitz aus dem Bistum Trier war Gehörlosenseelsorger. er gründet im Bistum eine Pfarrei für hörbehinderte und gehörlose Katholiken. Mit Angelika Sterr, Gehörlosenseelsorgerin aus dem Erzbistum München und Sr. Judith Beule, Koordinatorin für die Gehörlose und Taub-Blinde im Erzbistum Paderborn überlegte er, wie Interessierte ausgebildet werden können.

Vor 2 Jahren begann die Ausbildung „Dienende Seelsorge“ in Kooperation der Bistümer Trier und München zusammen mit dem TPI (Theologisch-Pastorales Institut für berufsbegleitende Bildung, Trier).

Dienende Seelsorge?

Seelsorge braucht Qualität und Fachleute. Fachleute für bestimmte Gruppen und Personenkreise.

Taube Menschen sind Fachleute für Gebärdensprache und taube Kultur. Sie können auch Seelsorge in der Nachfolge Jesu anbieten.

Dienende Seelsorge?

Der Name der Qualifikation ist eine wörtliche Übersetzung aus der Gebärdensprache. Hier die Erklärung, wie sie im Zertifikat beschrieben steht:

Dienend: Gebärde: Bedienen wie Kellner oder Kellnerin. Heißt: Anbieten, unterstützen, helfen, nichts erzwingen, nicht bestimmen, freundlich.
Das theologische Fachwort: Diakonisch.

Seelsorge: So wie Jesus. Angebot für die Seele, aber auch für den Körper, für den geist. Nicht nur für Einzelne, auch für gemeinschaft. Die ganze Schöpfung nicht vergessen.

Ziele der Basisqualifikation "Dienende Seelsorge"

Eine ziele der Ausbildung:

  • Gott im eigenen Leben, der eigenen  Sprache, Kultur und Geschichte entdecken
  • Verständnis für die dienende (diakonische) Seelsorge entwickeln.
  • den Glauben an Gott in der Gehörlosenkultur und für taube Menschen anbieten
  • befreiende Seelsorge ermöglichen

Erfolgreicher Abschluss

Sr. Judith war in der Entwicklung der Basisqualifikation beteiligt und Teilnehmerin im Kurs.

Ihr Praxisprojekt waren die „Nacht der Lichter“ und die Sonntagsgottesdienste mit Gebärdensprache im paderborner Dom.

Sie konnte strahlend das Zertifikat am 20. 7. im Bergkloster Bestwig entgegennehmen. Angelika Sterr bedankte sich bei der Übergabe für ihren Einsatz und ihre Beharrlichkeit, die Qualifizierung weiter zu entwickeln.

Leider konnte Ralf Schmitz diesen Moment nicht mehr erleben. Er starb während der Qualifikation. Ihm wurde im Gottesdienst gedacht und für ihn gebetet.

 

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